Die Sammlung Scholz

Seit einigen Jahren befindet sich die eindrucksvolle Notensammlung des Nürnberger Organisten Leonhard Scholz (1720–1798) im Bach-Archiv. Sie umfasst mehr als 250 Werke Johann Sebastian Bachs, 70 Werke Carl Philipp Emanuel Bachs und daneben einige Musikalien anderer Komponisten. Es handelt sich um die größte Sammlung von Tastenmusik Johann Sebastian Bachs und seiner Söhne, die von einer einzelnen Person im 18. Jahrhundert zusammengetragen wurde. Auch ihre süddeutsche Provenienz ist etwas besonderes, da aus dieser Region kaum Bachquellen überliefert sind.

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Leonhard Scholz war ein Handelsmann und "nebenberuflich" Organist der großen Hauptkirchen Nürnbergs (etwa zwischen 1766 und 1798). Offensichtlich schrieb er sich die Stücke seiner Sammlung für den eigenen Gebrauch ab, wobei seine Abschriften von sehr unterschiedlicher Art sind. Bachs Passacaglia c-Moll BWV 582, bearbeitet von Leonhard ScholzNeben solchen, die dem Bachschen Original entsprechen, gibt es zahlreiche, zum Teil sehr eigenwillige Bearbeitungen, die sich weit von der Urfassung entfernen. Der Grund dafür könnte der schlechte Zustand der Nürnberger Orgeln gewesen sein, auf denen die Spielbarkeit einer originalen Bachschen Orgelkomposition z.T. unmöglich war. Scholz, offenbar ein wirklicher Bach-Liebhaber, arrangierte sich die Stücke so, wie er sie an den schlechten Instrumenten gerade noch spielen konnte.

 

Die Sammlung Scholz wurde erst 1968 bekannt, als das Johann-Sebastian-Bach-Institut Göttingen einen Großteil des Bestandes erwarb, der sich bis dahin in Privatbesitz befunden hatte. Nach Auflösung des Instituts im Jahr 2006 ging die Sammlung in den Besitz des Bach-Archivs Leipzig über, das 2003 bereits weitere Scholz-Quellen aus demselben Privatbesitz erworben hatte. Mittlerweile stehen die Digitalisate der kompletten Sammlung online bei Bach digital zur Verfügung (zu den Digitalisaten).

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